Dass sich gleich ein paar Leute so sehr um mich sorgen, hätte ich ja nicht gedacht. Bleibt cool, es ist gar nichts los, nur weil ich mal ein paar Tage nicht blogge... Mir fällt dazu nur ein, dass Sorgen um andere der eigenen Angst entspringen... nachdem ich die letzten Wochen doch sehr gespannt den Vorträgen von
Robert Betz über Youtube gelauscht habe. Sehr gut investierte Zeit :)
Es gibt ja nicht ständig Neuigkeiten, und so wahnsinnig interessant ist das ewige Gelaber über Sport und Ernährung ja auch nicht immer, so will ich nicht unbedingt täglich bloggen. Ich sträube mich, das Gekaute noch öfter wiederzukäuen. Ich habe auch eine Weile nicht Kalorien gezählt und Trainingstagebuch geführt. Beim Kalorienzählen habe ich oft das Gefühl, ein "Soll erfüllen zu müssen" - nach oben. Ich esse also nicht zu wenig, sondern immer zu viel.
Das war die letzten Tage nun mal glücklichlicherweise anders, denn ich bin spontan zu einem Chatfreund gefahren, wo ich auch insbesondere ernährungstechnisch wieder neuen Input bekommen habe. Es ist interessant, wie unterschiedlich die Welt- und damit auch "Ernährungsbilder" der Menschen sind.
Ich habe festgestellt, dass gerade essen stark emotional aufgeladen und im Leben eingebunden ist und den Menschen viel Ablenkung, Stabilität, Lust, Lebensfreude, Trost und Glück schenken kann. Ich habe gelernt, wie wenig man wirklich braucht und dass die Menge der Nahrung neben der Auswahl der Nahrungsmittel auch eine bedeutende Rolle im Gesundheitsgeschehen spielt. Weniger essen verlängert ja nicht von ungefähr das Leben...
Ich hatte ja früher schon im Zusammenhang mit der Vatastörung berichtet, dass ein Ausgleich dafür das Erhöhen von Kapha ist, was der Körper aber auch selbst macht. Dies erreicht man ernährungstechnisch, indem man u.a. viel Fett isst (was ich ja tue bzw. getan habe). Ich wollte zwar in Ketose kommen, bin aber wieder mal unsicher, da viele Fette entzündungsfördernd wirken und ich mich im Zuge unserer Rheumakrankheit (wir haben beide Spondylitis; bei ihm ist die komplette Wirbelsäule schon bis zum Hals versteift und bei mir sind "nur" ISG und LWS sowie andere Gelenke betroffen) doch besser aufgrund der Arachidonsäure (kommt in tierischen Fetten vor) zu vermeiden sind. Sehr schwierig, hier das Richtige für mich abzuwägen, da auch Kohlenhydrate, allerdings vorwiegend logischerweise verarbeitete, konzentrierte (Getreide, Zucker) entzündungsfördernd wirken.
Bei der Spondylitis/Rheuma handelt es sich um entzündliche Prozesse, und unsere Gelenke knacken gleichermaßen, das betrifft bei uns beiden sogar die Mittelfußknochen. Meine Beweglichkeit hat sich seit der Yogapraxis nur minimal eingeschränkt, aber meine großen Gelenke sind angegriffen, was ich versuche mit meiner Ernährung inkl. diverser Supplemente in den Griff zu bekommen und daher insgesamt wenig eingeschränkt bin und Schmerzen nur bei Überlastungen zu spüren bekomme.
Da ich mich der momentanen Ernährung meines Freunds angepasst hatte und dann ebenfalls sehr wenig (aber nicht ketogen) und fast nur Früchte aß, habe ich auch gleich ein paar Kilo abgenommen, bis auf 62,5 kg runter. Optisch sieht man nichts. Als ich zuhause dann wieder Rührei aß, hatte ich gleich mal kurz Kopfschmerzen. Der Kaffee schmeckte mir nicht mehr, ich konnte ihn nicht trinken. Das gab zu denken.
Bei Ikea gestern und auch schon auf der Rückfahrt mit dem Zug ist mir wieder mal die große Menge rauchender, übermäßig transpirierender, fetter, krank aussehender und insbesondere ständig fressender Menschen aufgefallen. Zu dünn? Fehlanzeige. Alle zu fett.
Zudem wurde ich, wie das bei Ikea so ist, mit den gemeinsten Essdüften gelockt und ich hatte dann natürlich richtig Hunger bekommen. So graste ich den Shop ab, aber alle Gläser mit Hering drin (das schien mir das richtige und ich entwickelte großen Appetit darauf) waren systematisch mit Zucker, Aromen und E-Stoffen verseucht. Ich habe mich dann damit begnügt, meinem vegetarischen Mann eine Gluten-Teigtasche und 2 Zimtschnecken zu kaufen. An der einen habe ich dann im Auto ausgiebig und minutenlang geschnüffelt. So geht's also auch :D
Man muss nicht immer reinbeißen. Nie, nie, nie würde ich mir das jemals wieder antun. So schlimm kann Hunger gar nicht sein wie die Auswirkung von Getreide auf meinen Körper. Es war auch nicht weiter schlimm, noch eine Stunde nichts zu essen und mir dann zuhause erst etwas zu machen. Sowas muss man einfach mal aussitzen.
Gestern morgen habe ich mir dann ebenfalls eher ursprüngliche, nicht überzüchtete Früchte gekauft. Es gibt momentan Granatäpfel und sie sind herrlich. Ich habe das Gefühl, sie haben mir sehr gut getan und ich war in den wenigen Tagen schon sehr auf diese Früchte eingestellt. Auch ein paar Kaktusfeigen habe ich zu einem günstigen Preis von 0,39 das Stück ergattern können. Außerdem kamen 4 Kakis mit, die im Kühlschrank nachreifen.
Ich tendiere dazu, das tierische Eiweiß stark einzuschränken, wobei ich denke, dass das nicht von heute auf morgen klappt. Ich habe ja glücklicherweise auch noch das "As der Aminosäuren im Ärmel". Ich kann also meinen Eiweißbedarf nötigenfalls komplett chemisch decken, und die EAAs werden nahezu - ganz im Gegensatz zu normaler Nahrung - ohne Stoffwechselrückstände verstoffwechselt und es hatte sich in der Praxis bereits bestätigt, dass Nahrungsprotein quantitativ und im logischen Schluss auch qualitativ (bessere Wertigkeit als bei EAAs kann es nicht geben) bei weitem nicht mit Aminosäuren mithalten kann, man also vergleichsweise viel weniger davon benötigt.
Stoffe, die z.B. sonst noch in Fleisch vorkommen (ich denke da in erster Linie an Zink, Selen, Eisen, Omega-3-Fettsäuren), supplmentiere ich ja sowieso noch/schon zusätzlich. Ein oder 2 gekochte Eier mit etwas Butter werde ich mir vorerst nicht vorenthalten. Eier sind die reinsten Vitaminbomben und ich weigere mich, wieder in eine Form Dogmatismus zu verfallen. Das wäre nicht weitsichtig und unflexibel. Es muss für mich dauerhaft funktionieren, und
ich muss damit vor allem funktionieren. Die Ernährung muss mir dienen - und nicht umgekehrt. Daher ziehe ich auch ab und zu Fisch in Erwägung. Insgesamt habe ich aber beschlossen, weitaus weniger essen zu wollen. Obst- und Gemüseanteil sollen steigen. Morgen gibt es wieder frischen Broccoli im Bioladen, und ansonsten habe ich auch Grünkohl, der stark anti-entzündlich wirkt, im TK-Fach.
Ich habe noch ein wenig im Internetz über Ernährung bei Rheumaerkrankungen herumgelesen und es läuft darauf hinaus, dass die Nahrungsmittel und Gewürze, die auch gegen Krebs wirksam sind, Entzündungen abmildern bzw. verhüten können.
Diese konsumiere ich ja schon größtenteils:
Grüntee, Kurkuma (am besten mit schwarzem Pfeffer), Zimt, Kräuter, Früchte und besonders Beeren, (grünes) Gemüse, Zwiebeln, Knoblauch, Walnüsse, Mandeln, Vitamin C, ...
So, die aktuellen Änderungen sind also:
- weniger essen
- mehr ursprüngliche Früchte, roh, frisch, mono
- noch weniger Verarbeitetes (betrifft v.a. Brot, Kuchen, Fruchtsäfte, Kaffee, Käse)
- weniger tierisches Fett und Eiweiß, evtl. dafür mehr Aminosäuren
- mehr Gemüse und noch mehr Wert auf Antioxidantien und Superfoods
Und dabei werde ich vor allem meine Gelenke gut beobachten.
Gelaufen bin ich im "Urlaub" auch einmal, immerhin. Die hiesigen Wettkämpfe letztes Wochenende konnte ich nicht laufen, aber Samstag gibt es wieder einen in der Nähe, den ich bestimmt mit Basti mitlaufen werde; 10,8 km, meine momentan favorisierte Distanz. Da werden sicher auch einige aus dem Verein an den Start gehen, mal sehen.