Was bedeutet altern eigentlich konkret?
Heute weiß man, dass sich die Telomere mit zunehmendem Alter verkürzen. Und man weiß auch, dass sich diese mit epigenetischen Maßnahmen (also Ernährung und Lebensweise - ja diese Dinge stehen über der Genetik, können also Gene ein- oder ausschalten!) diese sogar wieder verlänger lassen. Man kann messen lassen, wie lang diese Telomere noch sind, wie alt man also biologisch ist.
Ich spreche im Bezug auf "Anti-Aging" aber mehr von dem biochemischen Verfall, den wir insbesondere durch falsche Ernährung selbst extrem beschleunigen. Wir vergreisen irgendwann, was aber absolut nicht sein muss!
Dafür verantwortlich sind diese von mir zusammengefassten Punkte:
- (zu) hoher Konsum von erhitzter Stärke (lagert sich ab!)
- zu wenig Eiweiß
- zu wenig Mineralien
- Vitamin- und Vitalstoffmängel
- falsche Fette (Oxidation!)
- zu wenig gute Fette
- psychischer Stress ohne entsprechenden Abbau durch Bewegung
- Übergewicht
1. Wir essen zuviel Stärke. Diese ist nicht nur für Blutzucker-Achterbahn verantwortlich (je höher erhitzt, desto mehr), sondern hat noch andere weitreichende Folgen. Problem: Man merkt es nicht, es geht absolut schleichend und benötigt Jahrzehnte um zum Tragen zu kommen. Daher glauben so viele Menschen das nicht. Ohne Stärkekost ist man auch körperlich beweglicher, was man aber oft schon nach ein paar Tagen spürt.
Lösung: Erhitzte Stärke weglassen, mehr Frischkost essen, fettbetont essen.
2. Oft wird zu wenig hochwertiges Eiweiß gegessen. Wir können Eiweiß aber nicht speichern bzw. nur in sehr geringen Mengen, und daher sind wir auf eine relativ konstante Zufuhr hochwertiger (d.h. vollständiger) Nahrungseiweiße angewiesen. Eiweiß ist wichtig für die Hormonbildung (Veganer haben z.B. oft Schilddrüsenunterfunktion), Jugendlichkeit, Muskelkraft, Immunsystem - und wird im Alter noch etwas mehr gebraucht.
Lösung: Mehr Eiweiß aus hochwertigen (= tierischen) Quellen essen und/oder über Aminosäuren bzw. Eiweißpulver supplementieren.
3. Die gängige Kost bietet meist nicht genügend Mineralien (und Spurenelemente) - zumindest vor allem in der Langfristigkeit. Man spricht hier auch oft von Übersäuerung, was nichts anderes bedeutet, dass basische Mineralien fehlen, die die im Körper entstehenden Säuren (dies ist ein normaler und wichtiger Vorgang) sowie die Säuren aus der Nahrung neutralisieren können - Folge ist, dass aus den Basendepots diese Mineralien herausgelöst werden müssen, um eine Übersäuerung des Blutes zu vermeiden (die tödlich wäre). Die Basendepots sind: Haut, Haare, Zähne, Knochen, Fingernägel, Bindegewebe, Haarboden. Sind diese Strukturen schwach, deutet dies also auf einen Mangel an Mineralien, oft aber auch in Verbindung mit Eiweiß, hin.
Mineralienmangel lässt uns auch verschlacken - Gifte sammeln sich an, die nicht im gleichen Maß ausgeschieden werden können.
Lösung: "Basischer" essen - mehr Gemüse, weniger Zucker (dieser raubt direkt Vitamine und Mineralien!) und Getreide, weniger Kohlenhydrate per se (es entsteht allein bei der Verstoffwechselung von KH Säure im Körper!). Und/oder Mineralien (vor allem Magnesium) extra zuführen - aber bitte nicht als Carbonate und Oxide (zu geringer Wirkungsgrad).
4. Auch fehlen uns nur zu oft Vitamine und weitere Vitalstoffe in mehr oder weniger großem Maß. Unsere Nahrungsauswahl ist häufig zu schlecht: Zu lange gelagert, Fertigprodukte, miese Qualität, zu viel Erhitztes, zu wenig Frischkost.
Lösung: Mehr Frischkost essen, "5 am Tag", frische Kräuter in Töpfen oder aus dem Garten nutzen, polyphenolreich essen (z.B. grünen Tee trinken, Beerenfrüchte essen), ggf. supplementieren.
5. Ein wichtiger Punkt. Die falschen Fette sind vor allem Transfettsäuren, welche auch beim Backen und Frittieren von Getreide entstehen, sowie ein Übermaß an ungesättigten Pflanzenfetten (Getreidekost!), da diese im Körper aggressiv wirken und ohne entsprechende Antioxidantien (z.B. Vitamin C und E, Selen) Schaden anrichten. Man sollte auch ein Auge auf die entzündungsfördernder Arachidonsäure werfen: Schweinefleisch enthält davon eine Menge mehr als bspw. Fisch.
Lösung: Backwaren und Frittiertes sowie Fertigprodukte vermeiden, ebenso wie Nüsse, Saaten und Kerne (insb. erhitzte). Wenn schon Getreide, dann gekochter Reis, Hirse, Kartoffeln etc.
Auf die Zufuhr von den genannten Antioxidantien achten - viel frisches Obst und Gemüse essen (Vit. C). Selen befindet sich in Kokosprodukten, Eiern und Fleisch. Schweinefleisch eher meiden.
6. Wir benötigen vor allem gute, gesättigte Fette, da der Körper daraus seine Zellen aufbaut und diese Fette auch Treibstoff erster Wahl sind (sie müssen nicht erst vom Körper gesättigt werden um verbrannt werden zu können). Ungesättigte Fette sind essentiell, allerdings in nur sehr geringen Mengen. Diese finden sich in rohen Tierprodukten aus artgerechter Haltung. Tierfett aus schlechter Haltung ist übersättigt mit Omega6 - dies gilt es zu vermeiden, da das Problem heutzutage oft ein falsches Verhältnis von O3 zu O6 ist. Ideal ist 1:2 bzw. 1:1, die Realität in Industrieländern liegt bei erschreckenden 15 - 20:1.
Lösung: Mehr Butter (Weidebutter!), ggf. Milchprodukte und Eier guter Herkunft essen. Omega3 supplementieren (Fischölkapseln) oder rohe Tierprodukte aus korrekter Haltung (kein Zuchtfisch!) ab und zu konsumieren. Übersicht Fettqualitäten
7. Hast du einen Körper? Dann bist du ein Athlet!
Der menschliche Körper ist für Bewegung gebaut, nicht zum Herumsitzen und -liegen. Idealerweise treiben wir also mind. 1 mal am Tag moderat Sport, oder mind. mehrmals die Woche schweißtreibend.
Besonders fatal ist, wenn durch psychischen Stress (Arbeitsanforderungen z.B.) kein Ausgleich geschaffen wird. Es entsteht Adrenalin, welches das Herz potentiell schädigt. Dieses Adrenalin kann aber durch Bewegung abgebaut werden. Außerdem führt Sport dazu, dass der Körper selbständig anfängt, Antioxidantien zu bilden. Sport führt weiterhin zu mehr Muskelmasse, welche immunschützend wirkt und unsere Knochen und Gelenke stützt und entlastet. Im Alter wird, ohne entsprechende Betätigung, Muskelmasse abgebaut (und durch Fett ersetzt) - man wird schwächer. Verlust von Muskelmasse ist also auch mit altern gleichzusetzen.
Außerdem führt Stress zu erhöhten Cortisolspiegeln, was wiederum dem Übergewicht förderlich ist.
Bewegung regeneriert auch das ATP, welches fürs Gehirn wichtig ist. Bewegung bedeutet bessere Hirnleistung. Insgesamt hängen hier viele weitere Regelkreis des Körpers dran und greifen ineinander. Ohne Bewegung kann man weder dauerhaft gesund bleiben, noch die vollen Vorteile von Anti-Aging genießen.
Außerdem führt Stress zu erhöhten Cortisolspiegeln, was wiederum dem Übergewicht förderlich ist.
Bewegung regeneriert auch das ATP, welches fürs Gehirn wichtig ist. Bewegung bedeutet bessere Hirnleistung. Insgesamt hängen hier viele weitere Regelkreis des Körpers dran und greifen ineinander. Ohne Bewegung kann man weder dauerhaft gesund bleiben, noch die vollen Vorteile von Anti-Aging genießen.
Lösung: Sport machen. Und zwar einen, der Spaß macht und Freude bringt - damit man ein Leben lang dabeibleiben kann. Wer sich nicht verausgaben mag, kann längere Spaziergänge unternehmen oder sanften Yoga machen.
8. Wer übergewichtig ist, altert schneller. Vor allem die Haut und das Gehirn altern schneller. Wer stets leicht im kalorischen Defizit is(s)t, altert nachweislich langsamer. Problem bei unterkalorischen Diäten: Oft kommen auch Mineralien, Vitalstoffe und Eiweiß zu kurz, was wiederum der ganzen Sache kontraproduktiv entgegensteht.
Aber insgesamt kann man sagen, dass jede Insulinausschüttung altern lässt. Zucker macht alt. Der Mensch kommt mit leichter Unterfütterung viel besser zurecht als mit einem Überangebot an Nahrung.
Lösung: Weniger KH essen, Zucker vermeiden. Stattdessen fettbetont essen - Fett tangiert den Insulinspiegel in keinster Weise, erzeugt keine Säuren und raubt keine Mineralien. Insgesamt weniger essen, ggf. mal einen Fastentag einlegen oder mehrere Stunden fasten ("Intermittent Fasting").



